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22.03.2022

Verabschiedung von Heribert Werner

Nach 51 Arbeitsjahren und 17 Jahren Tätigkeit (Oktober 2004 – Januar 2022) als Gärtnermeister beim Stadtverband Dortmunder Gartenvereine e.V. geht Heribert Werner in den wohlverdienten Ruhestand. In jedem Gartenverein war er ein bekannter und geschätzter Ansprechpartner. Ich begegnete ihm vor 9 Jahren erstmalig in einer Bezirksversammlung des Stadtverbands, wo er gut gelaunt Unterlagen verteilte und bereitwillig Fragen beantwortete. Ein halbes Jahr später beriet er mich bei der Auswahl von Pflanzen für die Gestaltung unseres Parkplatzes im GV Langeloh-Blick. Im Jahr 2015 zeigte er hier den interessierten Gartenfreunden, wie man Obstbäume fachgerecht schneidet und gab Tipps zu geeigneten Sorten und Unterlagen. Das war der Beginn einer gedeihlichen Zusammenarbeit.

Seine Zuständigkeitsbereiche waren ziemlich umfassend. So kümmerte er sich um die Grünunterhaltung der B-Flächen, die Sanierung von Wegen und Plätzen, die Umgestaltung von Gartenanlagen und Eingangsbereichen, den barrierefreien Zugang für Behinderte zu Gartenanlagen und die Schaffung von Aufenthaltsplätzen für Besucher und Gartenfreunde. 5000 Bäume in den Anlagen mussten kontrolliert und gepflegt werden. Allein 90 Spielplätze wurden in seiner Dienstzeit umgestaltet bzw. gebaut. Solche Projekte sind natürlich mit großen Kosten verbunden. So stellte er auch den Kontakt zu den Bezirksvertretungen her, um die benötigten Gelder zu beschaffen.

Nachhaltiges Gärtnern und Umweltschutz waren und sind ihm ein großes Anliegen. Dafür standen die Vogelschutzgehölze, das Rahmengrün, Nistmöglichkeiten für Vögel und Insekten und die Anpflanzung der entsprechenden Futterpflanzen wie z. B. Wildblumenwiesen und der Bau von Natursteinmauern für Kleintiere.

Im Büro war er sozusagen Mädchen für alles. Wohlbewandert in der Satzung und im Bundeskleingartengesetz war er Ansprechpartner für Vereine zu den verschiedensten Themen wie z. B. Gemeinschaftsstunden und Satzungsfragen. Im Dortmunder Gartenfreund gab er Ratschläge zu fachlichen Fragen wie ökologischen Pflanzenschutz, Sortenwahl, Gestaltung von Einzelgärten und die Konstruktion von Hochbeeten.

In enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand organisierte er verschiedene Wettbewerbe - den Einzelgartenwettbewerb, den Anlagenwettbewerb und den Spielplatzwettbewerb, später vervollständigt durch den Ökowettbewerb. Hier kümmerte er sich auch um die Durchführung und die Organisation von Siegerehrungen und Feiern.

So konnte er mit Herz und vielen guten Ideen in den 17 Jahren viele Projekte anschieben. Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihm das Spielplatzprojekt im GV „Westrich“, das für seinen behindertengerechten Spielplatz mit unterfahrbarer Wasseranlage und einem in den Boden eingelassenen Trampolin allein ca. 80.000 € Fördergelder von verschiedenen Stiftungen, der Bezirksvertretung Lütgendortmund und dem Stadtverband erhielt. Im Innenstadt Park West entstanden nach seinen Ideen die begehbare Kräuterspirale, der Mehrgenerationengarten und die mit Blühpflanzen gestaltete Wabe im Bienenlehrgarten. Und natürlich nicht unerwähnt bleiben sollte die Goldmedaille des Gartenvereins Lütgendortmund-Nord beim Bundeswettbewerb Gärten im Städtebau.

Ein Highlight waren auch die Schulungsfahrten, damals von Ingo Klammer organisiert, an denen alle Mitarbeiter teilnehmen konnten. Im Wechsel wurde jährlich eine ein- und eine dreitägige Fahrt durchgeführt, deren Ziel immer eine Landesgartenshow war. Unvergessen auch die großen Straßenfeste an der Geschäftsstelle in der Akazienstraße 11, zu denen die Gartenvereine bis zu 50 Stände aufbauten und die mit Musik und Tanz zum Feiern einluden. Das schuf ein großes Gemeinschaftsgefühl. Man kannte sich. Die Gartenfreunde des gesamten Standverbands betrachtete Heribert Werner dabei als eine große Familie. Heute werden solche Feste leider durch zahlreiche Auflagen erschwert.

Auch im sogenannten „Unruhestand“ gehen ihm die Ideen nicht aus. Er ist dabei, den Garten seiner Lebenspartnerin in einer modernen, biologischen Form umzugestalten, hilft seinen Söhnen beim Bauen und hat neben der Durchführung von Fachberatung und Vorträgen vor, ein Buch über seine Erfahrungen zu schreiben. Darauf können wir gespannt sein und wünschen ihm für seinen Ruhestand viel Glück.

Bea Wild