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Fachberatung im September

Ausflug zum Maximilianpark in Hamm (17.09.2022)

Die ungünstige Wetterprognose erfüllte sich zum Glück nicht und wir konnten die Führung durch den Park trockenen Fußes bei wechselnder Bewölkung und Sonne genießen.  Der Maximilianpark entstand anlässlich der Gartenschau 1984 auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Maximilian. Die Zeche selbst stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. Nach dem Start im Jahr 1902 erfolgte 1914 die Stilllegung aufgrund starker Wassereinbrüche. Sie erreichte insgesamt eine Teufe von 795 m. 1978 wurde der Schacht verfüllt. Für diese Geschichte steht die Plastik des Bergmanns, die den Eindruck macht, als wäre sie aus Lehmstücken erschaffen worden - ein Sinnbild für die schwere Arbeit des Bergmanns. Nach Schließung der Zeche konnten viele Tier- und Pflanzenarten das Gelände wieder zurückerobern, wie man an den überwucherten Gebäudeteilen hinter dem Glaselefanten erkennen kann.

Der Park erwies sich als Glücksfall für die Stadt Hamm. Als der Künstler und Architekt Dr.-Ing. Horst Rellecke die Idee hatte, die ehemalige Kohlenwäsche in einen begehbaren gläsernen Elefanten zu verwandeln, wurde er zunächst belächelt. Der Elefant avancierte umgehend zum Wahrzeichen der Stadt Hamm. Davon konnten wir uns schnell selbst überzeugen. Nachdem wir mit dem Fahrstuhl durch den Rüssel 35 m nach oben gefahren waren, eröffnete sich uns eine wunderbare Aussicht auf die Stadt Hamm und Umgebung. An gemütlichen Tischen mit Panoramablick konnten wir eine Ausstellung von seltsamen beweglichen Tiergeschöpfen aus Metall bewundern sowie farbenfrohe abstrakte Gemälde. 

Wie am Stil unschwer zu erkennen war, zeigte sich der renommierte Gartenarchitekt Piet Oudolf, dessen Wirken wir schon in Bad Driburg kennengelernt hatten, für die Landschaftsgestaltung der insgesamt 22 ha verantwortlich. Seine luftig wirkenden, ausdrucksstarken Stauden- und Gräser-Pflanzungen sind auf jeden Fall ein Blickfang und passen sich vortrefflich ins Gelände ein. Besonders schön seine Farbkompositionen in Violett- und Blautönen. Zahlreiche gewundene Pfade laden zum Streifzug durch die florale Pflanzenwelt ein. Da die Pflanzen im Herbst nicht zurückgeschnitten werden, bieten sie Insekten eine Rückzugsmöglichkeit und wirken auch im Winter optisch interessant durch ihre bizarren Formen.

Der Maximilianpark ist mit seinen zahlreichen abwechslungsreichen Spielplätzen auf jeden Fall ein Paradies für Kinder. Spieldünen mit Kletternetzen, ein Wasser- und ein Dschungelspielplatz sowie ein Piratenschiff mit einer Wasserkanone bieten vielfältige Gelegenheiten zu phantasievollen Spielen. Früher durften die Kinder auch im Wasser baden. Das hat man aus hygienischen Gründen jedoch aufgegeben. Umso erstaunter war ich, als ich plötzlich eine Frau auf einer Luftmatratze im See erblickte. Schnell stellte es sich aber heraus, dass es sich hier um ein Kunstwerk handelt, das zu einer Serie gehört, die Personen in Alltagssituationen darstellt.

Nach unserem Rundgang erreichten wir das mit Spannung erwartete Schmetterlingshaus. Das Timing war super, denn hier gab es den ersten Regenschauer. Im größten Schmetterlingshaus in NRW konnten wir in einer tropischen Landschaft mit einem kleinen Bachlauf bis zu 80 Schmetterlingsarten bewundern. Die Schmetterlinge werden als Puppen aus ihrem jeweiligen tropischen Heimatland importiert und schlüpfen erst an diesem Ort. Die zauberhaften Gaukler der Lüfte flatterten ohne Scheu um uns herum und fanden sogar teilweise Gefallen daran, auf uns zu landen. Die Größe und Farbenvielfalt war schon sehr eindrucksvoll. Einigen Arten wie dem Bananenfalter gelingt es sogar, sich hier zu vermehren. Obwohl alle Schmetterlinge farbenfroh und interessant erschienen, beeindruckten besonders der gigantische Atlasfalter, der blaue Morpho, die Fackel  und der zerbrechlich wirkende Glasflügler.

Pünktlich zur Kaffeezeit, den wir an einem idyllischen Plätzchen am See tranken, klarte es wieder auf. Nachmittags wurde es wieder unbeständiger und so beschloss  ich, mir die Playmobilsammlung in der ehemaligen Elektrozentrale anzusehen. Der Höhepunkt dieser Ausstellung waren farbenfrohe Projektionen mit Musik auf detailgetreuen Nachbildungen von Ritterburgen, Schlössern und Jugendstilhäusern.

Fazit: Der Maximilianpark ist besonders für Familien mit Kindern ein Erlebnis.

Fotos und Text: Bea Wild

Gruppenfoto: Ulrich Winden