Juli

Bauernregel:
Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten.


Liebe Gärtnernde,

im Garten geht es nun heiß her. Also müssen wir weiterhin laufend hacken und mulchen, damit wir mit dem Gießen hinterher kommen. Dreimal hacken ersetzt einmal gießen, sagte ich das schon?
Den Mulch nicht zu dick legen, sonst freuen sich die Schnecken. Für Vögel und Insekten bieten wir Wasserstellen an, die regelmäßig gereinigt werden sollten, da sich darin sonst Mücken entwickeln.

Was gesät wurde, ist mittlerweile schön gewachsen. Falls es zu eng steht, wird jetzt ausgedünnt. Oder schaut, ob ihr es noch etwas stehen lasst und dann als feines Baby-Gemüse erntet.
Ab Monatsmitte können wir Wintersalate und Wintergemüse aussäen: Chinakohl, Endivien, Radicchio, Teltower Rübchen, Spinat. Knollenfenchel und Petersilie kommen jetzt besser als bei der Frühjahrsaussaat.

Wenn wir harte, helle Stellen an Himbeeren entdecken, brauchen wir keinen Schädling zu fürchten, sondern die Früchte haben höchstwahrscheinlich einen Sonnenbrand. Als vorbeugende Maßnahme wird z. B. ein Vlies darübergeworfen. Standort für nächstes Jahr merken!

Die Erdbeerernte ist abgeschlossen und die Pflanzen bilden viele Ausläufer. Aus ihnen können wir unsere Lieblingssorten vermehren. Man nimmt maximal zwei Ausläufer pro Mutterpflanze, sucht sich welche aus, die nah an der Mutterpflanze schon Wurzeln bilden und lässt sie gleich in Töpfe einwachsen. Die restlichen Triebe werden entfernt, da sie der Pflanze nur unnötig Kraft kosten. Nachdem die Triebe eingewachsen sind, werden sie von der Mutterpflanze getrennt und in ein neues Beet gepflanzt.
Vermehren mittels halbreifer Stecklinge lassen sich nun z. B. Lavendel, Rosmarin, Fuchsien und Nelken.

Wer Steinobst hat, das beschnitten werden muss, sollte das jetzt tun, denn es verträgt den Sommerschnitt besser als den Winterschnitt. Gerade bei Kirschen sagt man, dass man „mit der Schere erntet“. Auch abgeerntete Himbeerruten werden möglichst bodennah abgeschnitten, um der Himbeerruten-Krankheit vorzubeugen.
Beim Wein werden die Ranktriebe zurückgeschnitten und hinter gut entwickelten Trauben wird nach dem 4. Blatt die Spitze gekappt. Bei verblühten Pflanzen wie Frauenmantel, Katzenminze oder Storchenschnabel fördert ein bodennaher Rückschnitt den Neuaustrieb.

Im Juli ist die Natur besonders aktiv – die Vögel haben jetzt ihre Nach- und Zweitbruten, weshalb man vorsichtig an Hecken und Gebüschen vorbei gehen sollte. Man kann viele Schmetterlinge und Käfer beobachten. Sie brauchen natürlich auch ihre Nahrung, die sie in allerlei „Unkräutern“ finden. Manche Wildbienen sind spezialisiert auf nur ein einziges, bestimmtes Kraut. Wenn der Lebensraum fehlt, fehlt das Tier. Also lasst bitte ein „wildes Eck“ im Garten zu. Dass im Garten Pestizide nicht eingesetzt werden, versteht sich von selbst, da sie unsere Lebensgrundlagen Boden und Wasser belasten.

Eine schöne Gartenzeit wünscht Euch

Eure FBin Mechthilde