2019

 

 


Fachberatung Stadtverband: Mehr Ökologie im Kleingarten (November 2019)

Konsequenter Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz, chemische Düngung und Torf, Nisthilfen für Wildbienen und andere Insekten, Biotope, Natursteinmauern, Vogelnistkästen, Kompost, Mischkultur, Fruchtfolgen, Bodenbearbeitung, (alte) Sorten- und Standortwahl, aber auch mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto in den Garten fahren – ökologische Maßnahmen im Kleingarten können sehr vielfältig und unterschiedlich sein. Dabei muss nicht gleich ein Teich gegraben oder das Dach begrünt werden. Oft kann man schon mit wenig Aufwand seinen Garten ökologisch und nachhaltig bewirtschaften und viel für Artenvielfalt und Umwelt erreichen.

Gerade in Zeiten von Insektensterben, Klimawandel und städtebaulicher Verdichtung kann jede Kleingärtnerin und jeder Kleingärtner in seinem unmittelbaren Bereich Verantwortung übernehmen und zu einem lebenswerten Wohnumfeld in der Stadt beitragen.

Unser Referent Dipl.-Ing. Frank Gerber gab dazu viele Informationen, Tipps, Anregungen und Beispiele aus der Praxis, wie man seinen Kleingarten auf vielfältige Weise ökologisch aufwerten kann.

Der Einsatz von Herbiziden (Unkrautvernichtungsmittel) ist laut Satzung verboten. Die Anwendung von Insektiziden und Fungiziden ist nur in Ausnahmefällen zulässig. Die Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes sind in Schrebergärten einzuhalten.

Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Wegen und Plätzen ist wegen des Wasserschutzes grundsätzlich nicht zugelassen. Auch Hausmittel wie Essig und Salz dürfen wegen fehlender Zulassung nicht eingesetzt werden. Erlaubt ist dagegen die thermische Bekämpfung des Unkrauts mittels sogenannter Unkrautbrenner und die mechanische Entfernung der Unkräuter mit einer Fugenbürste oder einem Fugenkratzer.

Laut Satzung sind die Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes einzuhalten. Er ist eine Kombination von umweltfreundlichen Maßnahmen (anbau- und kulturtechnische, biologische, biotechnische, pflanzenzüchterische und mechanische Maßnahmen), die vorrangig anwendet werden, um die Verwendung chemischer Pflanzenschutzmittel möglichst überflüssig zu machen.

Zu den Anbau- und kulturtechnische Maßnahmen zählen eine gute Bodenbeschaffenheit, hin und wieder eine Bodenanalyse, Fruchtwechsel, optimale Pflanzzeiten, organischer Dünger aus dem eigenen Kompost und nicht zu vergessen: richtiges Gießen.

Die bekanntesten biologischen Maßnahmen sind die Förderung und der Einsatz von Nützlingen (Vögel, Käfer und Larven. Florfliegen, Schwebfliegen, Marienkäfer und deren Larven). Damit Nützlinge schon zeitig im Garten sind, muss man ihnen das Überwintern im Garten erleichtern; dazu zählen nicht nur Insektenhotels, Insektentränken, Totholzhaufen und Trockenmauern, sondern auch das Liegenlassen von Verblühtem und Laub im Winter.

Bekannte biotechnische Maßnahmen sind gelbe Leimfallen zur Bekämpfung der Weiße Fliege, Pheromonfallen gegen den Apfelwickler und Wühlmausfallen gegen die ungeliebten Nagetiere.

Zu den pflanzenzüchterische Maßnahmen zählt der Kauf von robusten und widerstandsfähigen Sorten. So sollten als Obstbäume und Obststräucher nur regional bewährte Sorten im Fachmarkt gekauft werden. Hier ist die billige Ware im Baumarkt häufig nicht die richtige Wahl, da diese Waren meist nicht aus der Region kommen.

Zu den einfachsten mechanischen Maßnahmen zählt das Absammeln von Schädlingen wie Schnecken, Raupen und Kartoffelkäfern. Das Aufsammeln von madigem Obst (Äpfel, Pflaumen usw.) bekämpft unerwünschte Raupen und Würmer. Auch das regelmäßiges Entfernen kranker Pflanzenteile und Desinfizieren der Gartenwerkzeuge hilft als mechanische Maßnahme gegen unerwünschte Krankheiten.

Weitere ökologische Maßnahmen in Einzelgärten können sein:

  • Verwendung von Jauche, Brühe, Auszug oder Tee
  • mechanische Gartenpflege und mechanische und thermische Unkrautbekämpfung
  • Verwendung von Schutznetzen und Leimringen
  • Verwendung von Kompost und Gründüngung
  • Verwendung von natürlichen Materialien
  • Fassadenbegrünung
  • oder einfach ein im Apfelbaum mit Stroh gefüllter und kopfüber aufgehängter Blumentopf für Ohrenkneifer

Ökologische Maßnahmen in der Gartenanlage können sein:

  • Anlegen von Blumenwiesen
  • Totholzhaufen
  • Benjeshecken
  • Streuobstwiesen
  • Kräuterspiralen
  • Vogelschutzstreifen
  • Regenauffangbecken
  • Feuchtbiotope
  • Kopfbäume
  • Lehrpfade
  • Lehrgärten
  • Infotafeln
  • repräsentative Pflanzungen vor dem Vereinsheim oder im Eingangsbereich
  • Pflanzen von Solitär- und Großbäumen zur Klimaverbesserung oder zur Beschattung von Spielplatzbereichen

Ökologisches Gärtnern fördert und mehrt die Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt.

 


Fachberatung Stadtverband: Besuch und Führung im UmweltKulturPark in Dortmund-Barop (5. Oktober 2019)

Am Samstag, den 5. Oktober 2019 besuchten wir im UmweltKulturPark Dortmund den Permakulturgarten.

Der UmweltKulturPark in Dortmund-Großbarop wurde 1988 auf einer 12 ha großen, ehemaligen Ackerfläche als Ausgleichsfläche für die Universitätsbebauung gegründet und nach den Gesichtspunkten der Permakultur angelegt. Hier wird der Boden durch Bewuchs mit mehrjährigen Pflanzen und verrottbarem Material als Bodendeckung dauerhaft und nachhaltig funktionsfähig erhalten.

Der gesamte Garten ist in unterschiedliche Zonen aufgeteilt:

  • der intensiv genutzte Garten mit Haus, Teich, Kräuterspiralen, Hochbeeten, Trockenmauern, Sonnenfallen sowie Flächenmulchnutzung,
  • ein landwirtschaftlicher Teil mit Getreide- und Kartoffelanbau,
  • Obstwiesen mit überwiegend alten Sorten sowie
  • ein Wald als Ruhezone.

Ziel der Permakultur ist, die wirtschaftliche Nutzung mit der Natur in Einklang zu bringen. Hierbei werden intensiv genutzte Gemüsebeete mit naturnahen Biotopen kleinräumig vernetzt.

Sonnenfallen sind kleine, hufeisenförmig nach Süden ausgerichtete Trockenmauern und Hecken, die Sonne speichern und die Wärme nach Sonnenuntergang noch an die benachbarten Pflanzen abgeben. Beeindruckend ist für viele Schrebergärtner, bei denen ja manches recht geordnet im Garten sein muss, die gewollte Unordnung und Artenvielfalt. Hier wachsen bewusst auch viele "Unkräuter", die in einem Schrebergarten herausgerissen werden. Unerwünschte Kräuter werden hier ganz anders unterdrückt - nicht mit dunkler Folie, sondern durch Wellpappe, Flächenmulchung und hohe natürliche Abdeckungen.

Ein Besuch des Permakulturparks lohnt sich für jeden Naturinteressierten!

Bilder vom geführten Besuch durch den Permagarten gibt's im Fotoalbum bei http://www.schrebergarten06.de/fb201910.html.

Kontaktdaten:
UmweltKulturPark
Ostenbergstraße
44225 Dortmund-Barop
http://www.umweltkulturpark.de
Eingang gegenüber kath. Studentengemeinde (Ostenbergstr. 107 - Nähe Storckshof)

 


Fachberatung Stadtverband: Studienfahrten zu der Staudengärtnerei Stade und zum Staudengarten Picker in Borken (28. September 2019)

Mit 50 Gartenfreund*innen ging unsere zweite ganztägige Studienfahrt im September zu 2 attraktiven Reisezielen:

  • die Staudengärtnerei Stade in Borken-Marbeck und
  • den Staudengarten Picker in Borken-Weseke

Beide Ziele waren reinste Augenweiden für jeden Gärtner. In der Staudengärtnerei Stade, die nächstes Jahr das 70-jährige Jubiläum feiert, werden über 3.000 unterschiedliche Stauden mit unterschiedlichen Höhe, Blütezeitraum und Farben angeboten, die überwiegend über einen Internetshop verkauft werden. Aber auch der altbewährte Verkauf vor Ort ist selbstverständlich möglich. Auf rund 2 ha können die Stauden bewundert und ausgesucht werden. Herr Andre Stade erzählte zunächst kurz die Geschichte der Gärtnerei und führte uns danach persönlich durch die Gärtnerei und die wunderbar angelegten Beete. Das reichhaltige Sortiment wurde anhand von Schaubeeten erläutert und dabei wurde viel Fachwissen weitergegeben. Wir konnten auch die gut organisierte Versandabteilung besuchen, bei der erläutert wurde, wie sorgsam und aufwändig die Pflanzen verpackt und auf dem Weg zum Kunden gebracht werden. Anschließend führte uns Herr Stade durch die bunt blühenden Freiflächen des Betriebes, die in ihrer Vielfalt und Farbenpracht ein Ereignis waren.

Was man dort an gärtnerischer Schönheit sehen kann, kann man nicht beschreiben. Schaut euch die Fotos an, dann könnt ihr einen ersten Eindruck davon gewinnen. Nach dem 2-stündigen Besuch ging's zum leckeren Mittagessen ins Gasthaus Starke in Borken. Nach der dortigen Stärkung war unser zweites Ziel der Staudengarten Picker; ein wahres Paradies in Borken-Weseke. Hier hat die Familie Picker und ihr Team ab 2003 eine Gärtnerei, eine Scheune mit Garten- und Wohndekorationen sowie einen Schaugarten nach ihren Vorstellungen geschaffen. Herr Picker führte durch den 3.000 m² großen Garten, der in viele verschiedene Bereiche mit romantischen Sitzplätzen und geschmackvollen Dekorationen aufgeteilt ist. 350 Funkien sowie über 2.300 Stauden und besondere Raritäten runden den besonders romantisch gestalteten Garten ab.

Auch hier kann man nicht treffend beschreiben, was man hier an Schönheit und gärtnerischem Können sehen kann.

Jede Menge Bilder findet ihr im Fotoalbum bei https://www.schrebergarten06.de/fb20190928.html

Wenn ihr die Gastgeber unserer Studienfahrt selber mal besuchen wollt, findet ihr hier die Kontaktdaten:

Stauden Stade
Beckenstrang 24
46325 Borken-Marbeck
Tel. 02861 2604
E-Mail: info@stauden-stade.de
Internet: http://www.stauden-stade.de

Garten Picker
Eschwiese 2
46325 Borken-Weseke
Tel. 02862 700041
E-Mail: info@garten-picker.de
Internet: http://www.garten-picker.de

Gasthaus Starke
Raesfelder Straße 151
46325 Borken-Marbeck
Tel. 02865 601414
E-Mail: info@gasthaus-starke.de
Internet: http://www.gasthaus-starke.de

 


Fachberatung Stadtverband: Studienfahrt zum Tag der offenen Tür bei der Kräutermagie Keller in Datteln (7. September 2019)

Die Fachberatung der Stadtverbandes Dortmunder Gartenvereine e.V. organisierte am 7. September 2019 eine Studienfahrt zur Kräutermagie Keller in Datteln. Mit 50 angemeldeten Teilnehmern ging es um 8.30 Uhr am Verbandshaus in der Akazienstraße los. Nach 45-minütiger Busfahrt erreichten wir schon unser erstes Hauptziel: die Kräutermagie Keller in Datteln. Hier hielt die Autorin vieler Kräuterbücher Ursula Stratmann einen kurzweiligen Vortrag über bekannte und unbekannte Kräuter wie das "Kraut der Unsterblichkeit", Mutterkraut und Jiaogulan. Anschließend besuchten wir die Gärtnerei, in der eine Vielzahl von Kräutern und Pflanzen angeboten wurden. Es wurden nicht nur Rezepte von Kräuterlikören verteilt, sondern wir konnten sie auch gleich kosten. Einer der Aussteller auf dem Hoffest war der uns bestens bekannte Peter Germann von der Dortmunder Heilpflanzschule PhytAro.

Danach gab es ein leckeres Mittagessen im Erlebnisbiergarten "Jupp" in 45721 Haltern am See und im Anschluss eine gut 1-stündige Schifffahrt über den Haltener Stausee, der eine beachtliche Größe von 3,5 km² aufweist. Seinen Abschluss fand die sehr schöne und ereignisreiche Fahrt beim Kaffeeklatsch im nahe gelegenen Obsthof Sebbel.

Bilder gibt es im Fotoalbum bei https://www.schrebergarten06.de/fb20190907.html.

Wenn ihr die Gastgeber unserer Studienfahrt selber mal besuchen wollt, findet ihr hier die Kontaktdaten:     

Gartenmagie Keller
Markfelder Straße 32
45711 Datteln
Tel. 02363 361288
E-Mail: info@gartenmagie-keller.de
Internet: http://www.kraeutermagiekeller.de

Erlebnisbiergarten "Jupp"
Hullerner Straße 107
45721 Haltern am See
Tel. 02364 5216
E-Mail: info@juppamsee.de
Internet: http://www.juppamsee.de

Obsthof Sebbel
Westruper Straße 170
45721 Haltern am See
Tel. 02364 2293
E-Mail: info@hof-sebbel.de
Internet: http://www.hof-sebbel.de

 


Spaziergang durch Dortmunder Gartenvereine in Hörde (9. August 2019)

Zum Spaziergang durch die Hörder Gartenvereine "Am Richterbusch", "Im Justenkamp" und "Am Grünen Entenpoth" am Freitag, den 9. August 2019 trafen sich 17 Gartenfreunde am Vereinshaus des Gartenvereins "Am Richterbusch", um die  interessantesten Plätze und Gärten der Gartenanlagen aufzusuchen.

Die Teilnehmer wurden von dem Vorsitzenden Klaus Eisenberg, der stellvertretenden Vorsitzenden Silvia Segref und der Schriftführerin Manuela Eisenberg am Vereinshaus empfangen. Das Vereinshaus ist zwar leider seit einiger Zeit nicht mehr verpachtet, kann aber für Feiern vermietet werden. Während des Spazierganges erzählte Gartenfreund Klaus einiges über die Historie des Vereins, über Probleme mit denen der neue Vorstand zu kämpfen hat (große Gemeinschaftsbeete und -rasenflächen, ehemalige Obstbaumwiesen, Wiederherrichtung des Spielplatzes), aber auch über schöne Gärten und nette Anekdoten aus dem Vereinsleben.

Direkt im Anschluss ging es zur Nachbaranlage "Im Justenkamp". Hier fiel uns sofort das gut besuchte Vereinslokal auf, aus dem es verführerisch nach gutem Essen roch. Leider klappte der Kontaktversuch zum Vorstand hier nicht, sodass wir uns nur an den auch hier zum Teil sehr gepflegten Gärten erfreuen konnten.

Weiter ging's zur nächsten Gartenanlage "Zum Grünen Entenpoth". Hier empfing uns der Bezirksvertreter Süd Gert Haase und seine Lebensgefährtin Dana in ihrem Garten und versorgte uns mit einer kleinen Wegzehrung in Form von Kaffee, Wasser, Bier, einem Schnäpschen und Gebäck. Ihr blühender und naturnaher Garten nahm tags zuvor an der Endrunde des Einzelgarten-Wettbewerbs 2019 des Stadtverbandes Dortmunder Gartenvereine teil. Hier kam noch der wohl jüngste Vorsitzende eines Dortmunder Gartenvereins, der 39-jährige Martin Blankenburg, hinzu. Den Abschluss des Spazierganges bildete dann ein kleiner Imbiss und Umtrunk im Vereinshaus des "grünen Entenpoths".

Einige Fotos vom Spaziergang findet ihr im Fotoalbum bei https://www.schrebergarten06.de/fb201908.html.

 


 

Fachberatung Stadtverband: Vogelschutz im Gartenverein (12. Juli 2019)

Zu diesem Thema informierte uns Guido Bennen vom NABU ausführlich.

Da der Lebensraumverlust ein wichtiger Faktor für den Rückgang zahlreicher Vogelarten ist, ist der Arten- und Vogelschutz im Schrebergarten umso wichtiger, zumal die Fläche aller 119 Gartenvereine rund 400 ha beträgt. Weiteres Flächenpotential ergibt es sich durch Hausgärten, Grünanlagen usw. In Gärten können vielfältige Biotope wie Teiche, Mauern, Hecken, Wiesen usw. geschaffen werden, die Ruhezonen, Nistplätze und zusätzliche Nahrungsangebote erzeugen.

Pflegearbeiten sollten an ökologische Prozesse ausgerichtet werden:

  • Es ist nützlich, wenn der sommerliche Heckenschnitt (Schnitt des jährlichen Zuwachs) aus Vogelschutzgründen erst ab Juli/August durchgeführt wird.
  • Mäharbeiten an Blumenwiesen sollten ebenfalls erst im Juli/August - also nach der Samenreife - erfolgen.
  • Samenstände der Pflanzen sollten nicht im Herbst, sondern erst im Februar/März entfernt werden, damit die Wintervögel sie nutzen können.
  • Der Boden sollte gemulcht und nicht klinisch gereinigt werden.

Zahlreiche Nisthilfen für Höhlenbrüter, Gebäudebrüter, Nischenbrüter und Freibrüter wurden vorgestellt. Für Bauanleitungen wurde auf Broschüren (Wohnen nach Maß für 2 €) und Internetseiten des NABU verwiesen. (Link: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/index.html)

Damit Vögel sich heimisch fühlen, werden entsprechende Pflanzen benötigt. Hier wurde eine Vielzahl heimischer Gehölze wie Heckenrose, Hartriegel, Efeu, Pfaffenhütchen, Liguster und heimischer Wildpflanzen und Stauden wie Nachtkerze, Natternkopf, Glockenblume, Königskerze, Eselsdistel u.v.m. vorgestellt.

Am Beispiel von Benjeshecken wird deutlich, dass Totholz zu den lebendigsten Lebensräumen zählt. Der Bau einer Benjeshecke ist mit wenig Aufwand möglich. (Link: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22649.html)

Viele Gärtner müssen noch lernen, dass Gärten nicht sauber geputzt werden müssen. Haare, Moos, Laub, Zweige, Halme und Lehm sind für Vögel als Nistmaterial sehr begehrt. Auch eine gewisse Unordnung im Herbst und Winter erleichtern das Überleben, so sollten Fruchtstände nicht abgeschnitten und Laub liegen gelassen werden.

Durch eine naturnahe Gartengestaltung kann jeder Gartenfreund mithelfen, zusätzlichen Lebensraum zu schaffen - nicht nur für Vögel, sondern auch für Säugetiere, Insekten, Amphibien und mit etwas Glück sogar Reptilien.

Einen "Naturgarten" anlegen heißt nicht, Unkraut wachsen zu lassen. Es geht vielmehr darum, den Garten mit Gestaltungselementen wie einem Teich, Vogeltränken und durch die Verwendung heimischer Pflanzenarten und Nistkästen anzureichern und somit auf begrenztem Raum eine große Vielfalt zu schaffen. Ein bunter Blumengarten zieht Insekten und Vögel magnetisch an.

 


 

Fachberatung Stadtverband: Sommerschnitt an Obstgehölzen (Juni 2019)

Auf der Lehrveranstaltung informierte am 29. Juni 2017 der Obstgehölzpfleger Jochen Helle über die Besonderheiten des Sommerschnittes an Obstbäumen.

Die Veranstaltung fand in den folgenden Gartenanlagen statt:

Gartenverein "Zur Sonnenseite", Waldecker Straße 18, 44339 Dortmund (Eving)
Gartenverein "Tremonia", Tremoniastraße 70, 44137 Dortmund (Mitte-West)

Der Sommerobstbaumschnitt dient dazu, etwas mehr Sonnenstrahlen und Luft in die Bäume zu lassen, damit die Früchte besser reifen und sich Krankheiten wie Mehltau nicht so schnell verbreiten können. Auch kann er zur Fehlerbeseitigung des Winterschnittes dienen.

Im Sommer werden nur ganze Äste herausgeschnitten. Äste, die an der Oberseite der Äste seit dem Winterschnitt geschossen sind, können auch Anfang/Mitte Juni herausgerissen werden (so genannter Juniriss), da sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht verholzt sind. Hierbei wird nicht nur der Ast, sondern auch das Auge entfernt, sodass der Ast nicht neu austreiben kann.

Jochen Helle wies auch auf einige Fehler hin, die die Vitalität und Gesundheit eines Baum zum Teil stark behindern können.

Im Frühjahr nach dem Austrieb und im Herbst sollten Obstbäume nicht geschnitten werden.

Bilder von der Veranstaltung findet ihr im Fotoalbum bei https://www.schrebergarten06.de/fb201906.html.

 


Fachberatung Stadtverband: Bienenweide (Mai 2019) 

Der als Bienenweide-Fachberater ausgebildete Imker Siggi Rinke gab den Gartenfreunden Tipps, wie sie auch im Garten dafür sorgen können, der Natur zu helfen und das Insekten- und Bienensterben zu mindern.

Jeder hat mitbekommen, dass sich die Lebensbedingungen für Insekten leider gravierend verändert haben und es deutlich weniger Insekten als früher gibt. Neben Nisthilfen, Einsatz von Nützlingen und Verzicht auf Pestizide (die sowieso im Gartenbereich verboten sind) ist es wichtig, spezielle Kräuter, Blumen und Stauden anzubieten, die Nektar und Pollen für Insekten bereithalten.

In seinem Vortrag zeigte Siggi Rinke uns, wie wir - auch im Schrebergarten - eine Wildblumenwiese anlegen, indem wir eine Schwarzbrache durch Umgraben herstellen, die Fläche vorbereiten, die richtige Wildblumenmischung auswählen, das Saatgut ausbringen und andrücken, es ausreichend wässern und vor Vogelfraß schützen. Außerdem gab es viele Tipps zu Pflege und Rückschnitt.

Unterlagen zum Herunterladen:

Wie lege ich eine Blumenwiese an?
Link: https://www.schrebergarten06.de/fachberatung/wildblumenwiese_anlegen.pdf
Quelle: Werkhof Projekt gGmbH, Dortmund
https://werkhof-diegaertnerei.de

Blühmischungen für Dortmund
https://www.schrebergarten06.de/fachberatung/bluehmischungen_dortmund.pdf
Quelle: Werkhof Projekt gGmbH, Dortmund
https://werkhof-diegaertnerei.de

Einheimische Sträucher nach Nektar- und Pollenwert
https://www.schrebergarten06.de/fachberatung/einh_straeucher_N+P.pdf
Quelle: Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf
https://www2.hu-berlin.de/bienenkunde/

Einheimische Bäume nach Nektar- und Pollenwert
https://www.schrebergarten06.de/fachberatung/einh_baeume_N+P.pdf
Quelle: Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf
https://www2.hu-berlin.de/bienenkunde/

 


 

Fachberatung Stadtverband: Rosen und ihre Staudenbegleiter (April 2019)

Eine Rose ist eine Rose, doch zu zweit oder auch in der Gruppe ist sie oft noch schöner. Der April-Vortrag unserer Referentin Gartenfachfrau Barbara Rupprecht erläuterte die Vielfalt der Pflanzpartner für die Königin der Blumen.

Da Rosen von Mai bis Oktober blühen, passen bestimmte Staude perfekt zur ersten, zweiten oder gar dritten Blütenperiode der Rose:

früher Lavandula (Lavendel): Juni bis Juli

später Lavandula (Lavendel): Juli bis August

Caryopteris (Bartblumen): August bis September

Salvia (Salbei): Juni bis September

Nepeta (Katzenminze) Mai bis September

Delphinium (Rittersporn): Juni bis September

früher Aconitum (Eisenhut): Juli bis September

später Aconitum (Eisenhut): September bis November

Coreopsis (Mädchenaugen): Juli bis September

Thalictrum (Wiesenraute): Juli bis August

Geranium (Geranie): Juli bis August

Helenium (Sonnenbraut): Juni bis August

Phlomis (Brandkraut): Juli bis September

Veronica longifolia (Langblättriger Ehrenpreis): Juli bis August

Stachys byzantina (Byzantinischer Wollziest): Mai bis Juni

Bistorta amplexicaulis (Kerzenknöterich): Juli bis Oktober

Phuopsis (Rosenwaldmeister): Juni bis August

Ceratostigma plumbaginoides (Chinesische Bleiwurz oder Kriechende Hornnarbe): August bis Oktober

Euphorbia amygdaloides (Mandelblättrige Wolfsmilch): ganzjährig

Heuchera (Purpurglöckchen): ganzjährig

Alchemilla mollis (Weicher Frauenmantel): Januar bis Oktober

Alchemilla erythropoda (Kleiner Frauenmantel): Mai bis September

Campanula (Glockenblumen): Juni bis Oktober

Gypsophila paniculata (Schleierkraut): Juli bis September

Phlox paniculata (Hoher Stauden-Phlox): August bis September

Sedum (Dickblattgewächse: Fetthennen, Hauswurz): August bis September

Astern: September bis Oktober

Da sowohl Rosen als auch Stauden sehr unterschiedliche Höhen erreichen können, ist es bei der Pflanzung wichtig, dass die höheren bzw. niedrigeren Pflanzen entsprechend angepflanzt werden.

 


 

Praktischer Obstbaumschnitt der Fachberatung am 16. März 2019

Die Fachberatung im Stadtverband Dortmunder Gartenvereine lud zu seiner jährlichen Lehrveranstaltung "Praktischer Obstbaumschnitt" am Samstag, den 16. März 2019 in 4 verschiedenen Gartenanlagen ein, an der jeweils zwischen 25 und 42 interessierte Gartenfreunde teilnahmen.

10:00 Uhr, Gartenverein "Im Weidkamp", Werzenkamp 60, DO-Scharnhorst, Referent Jochen Helle
10:00 Uhr, Gartenverein "Glück Auf", Am Hartweg 119, DO-Dorstfeld, Referent Frank Gerber
14:00 Uhr, Gartenverein "Südstern", Am Segen 11, DO-Brünninghausen, Referent Jochen Helle

14:00 Uhr, Gartenverein "Am Externberg“, Lothringer Str. 9, DO-Eving, Referent Frank Gerber

Hierbei wurde den Mitgliedern der Gartenvereine und anderen Interessenten die Gelegenheit geboten, sich mit der Praxis im Obstbaumschnitt vertraut zu machen. Dabei wurde praxisnah demonstriert, wie ein Pflanz-, Erziehungs- oder Überwachungsschnitt durchgeführt wird. Auch wurden Tipps zur richtigen Pflanzung, Standortwahl und Sortenwahl sowie zur Auswahl der passenden Obstunterlagen vermittelt. Die Schnittdemonstration führten der Mitarbeiter des Stadtverbandes Dortmunder Gartenvereine Dipl.-Ing. Frank Gerber und der Obstgehölzpfleger Jochen Helle aus.


 

Fachberatung Stadtverband: Baumschnittkurs in Theorie und Praxis (Februar 2019)

Unser Referent, der Obstgehölzpfleger Jochen Helle, leitet die Arbeitsgruppe Streuobstwiesen des BUND und pflegt 3 städtische Wiesen und die Obstbäume in Derne und Kirchderne sowie eine weitere Wiese mit 100 Apfelbäumen am Rande des Rombergparks.
Der Baumschnittkurs, an dem 25 Gartenfreunde teilnehmen konnten, war vorwiegend für Gartenfachberater gedacht, die als Multiplikatoren die neu gewonnenen Erkenntnisse in ihren Gartenvereinen weitergeben sollen

  • Ableiten: hier wird eine (steile) Triebspitze direkt über einem (flachen) Seitentrieb abgeschnitten. Mit diesem Schnitt erreicht man auch, dass mehr Licht ins Innere gelangt. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Saftdruck beim Ableiten nicht erhöht wird, weil der neue Ast diesen aufnehmen kann. Flache Zweige bilden auch mehr Fruchtholz als steile Zweige, die überwiegend Blätter bilden.
  • Anschneiden: hier wird ein Zweig oberhalb eines Auges eingekürzt. Der entstehende Seitentrieb wird in diese Richtung wachsen. Der Schnitt sollte leicht schräg erfolgen.

Einen schwachwüchsigen Apfelbaum für den Schrebergarten sollte man in einer Baumschule und nicht beim Baumarkt oder Diskounter kaufen. In der Baumschule erhalten Sie die notwendige Beratung über Größe, Form, Sorte und vieles mehr.

Der ersten Schnitt, den so genannten Pflanzschnitt, erhält ein Apfelbaum vom Fachmann oder von der Fachfrau direkt nach dem Kauf. Hier werden die schwachen Triebe oder Konkurrenzzweige entfernt und die Baumspitze sowie die 3 (bis 6) späteren Leitäste ein wenig eingekürzt. Mit dem Pflanzschnitt wird die zukünftige Form festgelegt. Zu steile Leitäste können vorsichtig mit einem Kokosstrick oder speziellem, selbstauflösendem Schlauchband heruntergebunden werden.

Beim Erziehungsschnitt, der ungefähr in den ersten 3 Jahren durchgeführt wird, werden die nach innen wachsenden Steiltriebe am Astring entfernt und die Leitäste und die Stammmitte um ca. ein Drittel gekürzt. Diese Schnitte fördern Dickerwerdung, Vitalität und Stabilität. Ziel ist eine weiter wachsende Spitze, eine schön ausgeformte Krone, eine kräftige Holz- und Fruchtbildung.

Ausgewachsene Apfelbäume müssen regelmäßig, am besten einmal im Februar/März und einmal im Juli geschnitten werden, damit sie eine luftige Krone erhalten und auch die Äpfel ausreichend Sonne abbekommen. Beim Erhaltungsschnitt werden kranke und nach innen wachsende Äste ganz abgeschnitten. Stark verzweigte Astpartien und alle senkrechten Wasserschosse werden mit möglichst wenig Schnitten so abgeschnitten, dass die abgeschnitten Äste wie ein Geweih aussehen. Wenige Schnitte sind deswegen wichtig, weil jeder Schnitt zu weiterem Austrieb führt. Das Entfernen von älteren Zweigen mit altem Fruchtholz sorgt für eine Verjüngung und führt zu besseren und größeren Früchten. Länger nicht geschnittene Obstbäume müssen mit einem Verjüngungsschnitt wieder in Form gebracht werden, indem die Krone kräftig ausgelichtet wird und überalterte Fruchtäste entfernt werden. Auch hier muss darauf geachtet werden, möglichst wenig Schnitte auszuführen, damit nicht so viele Wasserschosse nachwachsen.
So geschnittene Bäume sind auch widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Pilzkrankheiten, wenn der Wind durch sie fegen kann.
Tipps:

  • Im Winter abgeschnittene Wasserschosse (senkrechte Langtriebe) wachsen nach jedem Schnitt stark nach. Besser ist es daher, die nachwachsenden, noch schwachen Triebe im Sommer auszureißen (Juniriss). Die Wunden heilen in der Regel gut aus und es bilden sich - im Gegensatz zum Schnitt - keine neuen Wasserschosse, da der Astring mit entfernt wird.
  • Kein Baum sollte im Rasen stehen, hier herrscht sonst ein starker Konkurrenzdruck in der Versorgung. Jeder Baum sollte deshalb eine Baumscheibe haben.
  • Im Herbst und beim Austrieb (sowie bei strengem Frost = kälter als minus 10 Grad) sollten Obstbäume nicht geschnitten werden.
  • Gegen den Apfelwickler hilft im Juli Wellpappe um den Baum zu binden. Diese sollte alle 2 Woche gewechselt oder leer geklopft werden.

Der Kurs war sehr interessant und informativ.


Fachberatung Stadtverband: Nisthilfen (Januar 2019)  

Bevor unser Referent Heribert Werner vom Stadtverband Dortmunder Gartenvereine auf Nisthilfen für Insekten einging, zählte er einige Eckdaten der am häufigsten vorkommenden Tiere dieser Welt auf: Zwei Drittel aller Tiere sind Insekten, sie leben bereits seit 370 Millionen Jahre und man kennt über 1 Million Arten. Zu den bekanntesten Insekten gehören Bienen, Wespen, Schmetterlinge, Käfer, Libellen, Fliegen, Mücken, Flöhe und Läuse. Spinnen, Asseln, Würmer, Zecken, Milben und Ohrwürmer sind dagegen keine Insekten.
Wir benötigen Insekten zum Bestäuben vieler Pflanzen. Insekten dienen vielen Tiere als Nahrung und sind für das gesamte Ökosystem notwendig.

Wir können Insekten durch vielfältige ökologische Maßnahmen helfen: durch Anlegen von Wildblumenwiesen, Erhalt von Bäumen, Vogelschutzgehölzen, Disteln, Brennnesseln und Brachflächen, Verzicht auf Spritzmittel, Anlegen von Totholzhaufen, Natursteinmauern und Nisthilfen. Wir helfen Insekten aber auch, indem im Spätherbst und Winter verblühte Sträucher nicht abgeschnitten werden, sondern für Insekten und Vögel stehen bleiben.

Beim Bau der Nisthilfen kann man aber auch vieles falsch machen: ungeeigneter Standort, ungeeignetes Bau- und Füllmaterial, falsche Lochdurchmesser und Lochtiefe, zu frisches Holz, ausgefranzte Löcher, giftiges Material und Holzschutzmittel.

Ein guter Standort sollte sonnig, trocken und windgeschützt sein, die Behausung sollte nach Süd bis Südost ausgerichtet sein, fest und nicht bodennah angebracht werden. Die Nisthilfe braucht ein Dach, am besten aus Reet oder Stroh, zum Schutz vor Regen. Die Einflugschneise sollte immer frei bleiben. Ein feinmaschiger (mit 3 cm Maschenweite) Hasendraht oder ein Kunststoffnetz an der Vorder- und Rückseite mit einem Abstand von 7 bis 10 Zentimeter schützt vor Feinden.

Das benutzte, entrindete Hartholz sollte gut durchgetrocknet (mindestens 2 Jahre) sein und sollte keine tiefen Risse aufweisen. Geeignete Holzarten sind z. B. Esche, Hainbuche, Eiche, Platane, Apfelbaum, Walnuss, Birne, Weißdorn oder Feldahorn. Die Holzscheiben sollten 20 bis 30 cm tief sein. Die gebohrten Löcher sollten mit einem Durchmesser zwischen 3 und 10 Millimeter (überwiegend 6 mm) in das Längsholz (nicht in das Stirnholz) gebohrt werden. Die Bohrgänge dürfen nicht zu dicht (größer 1 bis 2 cm) gesetzt werden, da das Holz sonst zu leicht reißt. Die Bohrtiefen entsprechen der jeweiligen Bohrerlänge. Das Holz darf dabei aber nicht durchbohrt werden, es muss also tief genug sein. Die Holzfasern sollten danach gut abgeschliffen werden.

Als Füllmaterial kann unbehandeltes Bambusrohr oder Schilf aus Deutschland verwendet werden. Materialien aus Fernost sind häufig mit Pestiziden behandelt.

Kunststoffröhrchen sind nicht atmungsaktiv, da sich hier leicht Schwitzwasser ansammelt und es zu Fäulnis und Pilzbefall kommt. Pappröhrchen sind dagegen geeignet, da sie atmungsaktiv und günstig in der Anschaffung sind.

Ytong-Steine, Porenbeton und Gasbeton sind für den Einsatz in Nisthilfen völlig ungeeignet. Auch hier entsteht sehr leicht Schimmel und Pilze aufgrund von Wasseransammlung. Ebenfalls ungeeignet ist Metall, Kunststoff oder Dachpappe.

Benutzter Lehm darf nicht zu hart sein, da Bienen hier nicht selber graben können.

Nisthilfen sollten viele Jahre ungestört am selben Ort belassen werden.